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BESUCH IN KOPENHAGEN

Anfang August 2009 war ich gemeinsam mit Freunden in der Landeshauptstadt Dänemarks: Kopenhagen. Ob die Metropole komplett aus Legosteinen erbaut wurde und ob es – wie es der Stadtname vermuten lässt – vor "Cops" nur so wimmelt, soll dieses Fotoalbum nicht klären. Es geht vielmehr um ein paar lustige Anekdoten und Erfahrungswerte, die ich hier kundtun möchte.

 

Rette sich wer kann?


In zwei Tagen habe ich ein einziges dänisches Wort gelernt: Ensrettet, übersetzt Einbahnstraße. Des Dänen liebstes Verkehrsschild steht überall, auf dem Bild vor der "Frederiks"-Kirche. Ich vermute, es wird so taktisch geschickt versucht, die Touristen einmal im Kreisverkehr durch die ganze Stadt zu lotsen, vorbei an sämtlichen Hot-Dog- und Soft-Eisständen.

 

Häuser, Touristen, Boote


Am Hafen gibt es einige sehr schöne Straßenzüge entlang der Kanäle. Dort springen einheimische Jugendliche auch gerne mal nächtens ins kühle Nass und grölen vor sich hin. Mit Verlaub, Pöbel gibt es also nicht nur in Deutschland, das ist beruhigend. Wir folgen weiter den Ensrettet-Schildern.

 

Alle Tassen im Schrank?


In Kopenhagen befindet sich die längste Fußgängerzone der Welt. Zum Glück hatten wir keine Frauen dabei und konnten so die Einkaufsmeile in der City recht zügig durchqueren. Interessant: Einige Läden führen den kaufwütigen Touristen durch die Beschilderung in die Irre – zumindest was das Sortiment anbelangt.

 

Große Augen machen


Da bricht sich der Reisende zwar keinen Zacken aus der Krone, aber ein wenig irritiert ist man ob sehr hoher Preise schon. Der Tivoli, ein innerstädtischer Vergnügungspark direkt neben dem Hauptbahnhof, sieht zwar von außen interessant aus. Aber der Eintrittspreis schockt. Am zweiten Tag unserer Verweildauer sind wir dann doch noch rein ins Vergnügen. Im Urlaub einmal König sein – wir hatten noch genügend Kronen übrig. Die Achterbahnfahrt für knapp 60 Kronen haben wir uns indes "geschenkt", wir wollten ja nicht gleich das ganze Fahrgeschäft kaufen.

 

Trügerische Stille...


Kunst wird im Stadtteil Frederiksberg groß geschrieben: Unter den Blumenbüscheln hocken Studenten, die alle paar Minuten samt Blumenschmuck ihren Platz verlassen, grölend durch den kleinen Park am Straßenrand laufen und sich an neuen Positionen erneut für wenige Minuten schweigend einigeln. Oder bilde ich mir dieses Spektakel gerade nur ein?

 

"Ich will da rein!"


Da laufen wir ahnungslos und wohlgestimmt durch Kopenhagen und auf einmal erspähe ich hinter einer Absperrung den Eifelturm! Blöderweise befindet sich dieser im Gelände des Zoos, der nach mitteleuropäischen Standards zurecht Eintritt kostet. Löblicherweise kann jedoch das Elefantengehege von Außen eingesehen werden, und der Nachbau des Eifelturms gerät so schnell in Vergessenheit.

 

Eine Bootsfahrt, die ist lustig...


Die Orientierung fällt einem in Kopenhagen zuweilen leicht, denn selbst Boote weisen auf den Namen des Stadtteils hin. Durch die Kanäle von Christianshaven fährt ein mit Touristen beladenes Schiff nach dem nächsten. Blöd nur, wenn wie von uns beobachtet zwei Kinder mit einem kleinen Boot die Wasserstraße versperren und sich in den folgenden Minuten ganz offenkundig nicht einig sind, in welche Richtung denn nun gepaddelt werden soll...

 

Über den Dächern


Wer auf die "Our Saviour’s"-Kirche hochkraxelt und selbst vor der engen Wendeltreppe, die sich um die Kirchturmspitze schlängelt, nicht Halt macht, der hat einen wunderbaren Blick über ganz Kopenhagen. Als ich mit meinen Mitreisenden beim Abstieg darüber diskutiere, wie hoch die Kirche wohl sei, holt ein uns entgegenkommender und hilfsbereiter Österreicher ungefragt sofort seinen Städteführer aus der Tasche und blättert wild drauf los. Seine Frau indes fordert ihn schnaufend und mahnend zugleich zum Weitergehen auf. "I' komm' gleich, muss nur schnell den Jungs helfen. I' hol' dich doch eh ein!", so die Worte des charmanten Österreichers zu seiner Gattin. 80 Meter Gesamthöhe und 400 Stufen "seins dann doch".

 

Betreten verboten?


Als Kunstinstallation geht diese Baustelle wohl nicht durch. Vielmehr fragt sich der geneigte Fußgänger, was denn nun abgesperrt ist. Oder wird der Reitsport in Dänemark schlicht groß geschrieben?

 

Am Rad drehen


Zwei Tage Kopenhagen waren eine wahrlich runde Sache. Besonders gefällig sind die zahlreichen Parkanlagen und der Stadtteil Frederiksberg, der sehr moderne Achitektur und interessante Freiräume aufbietet.
Nun denn, ich würde dieses Fotoalbum gerne mit einem dänischen Wort schließen. Aber ich kenne nur eines: Ensrettet.

 


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