| 14.02.2010
Vor zwei Jahren machte mich der Film "Once" sprachlos: Ein Straßenmusiker in Dublin lernt während seines einsamen Spiels in der Fußgängerzone eine junge Passantin kennen. Es stellt sich heraus, dass das schüchterne Mädchen eine begabte Pianistin ist. Zunächst musizieren sie gemeinsam in einem Musikgeschäft und nehmen schließlich im Tonstudio einige Lieder gemeinsam auf. Die beiden verlieben sich, gehen am Ende getrennte Wege – und bleiben durch ihre Musik für immer verbunden.
Die Hauptprotagonisten sind Glen Hansard, seit siebzehn Jahren Frontmann der irischen Band "The Frames" und die Pianistin Marketa Irglova. Mit ihr nahm Hansard vor knapp fünf Jahren im "wahren Leben" das erste "The Swell Season"-Album auf – angedacht als Nebenprojekt.
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Glen Hansard an der Gitarre, auch ich kannte bei der Zugabe kein Halten mehr... |
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Aus der kleinen Produktion wurde dank des Films ein weltweiter Erfolg – ohne dabei den Charme des "Kleinen" zu verlieren. Die Bodenhaftung verlor das kongeniale Gespann auch nicht, als der Titelsong des Films im Jahre 2008 einen Oscar in der Kategorie "Bester Song" einheimste: "Falling Slowly", getragen vom wunderbaren Gitarrenspiel Hansards und dem geradezu schwebenden Piano, dessen Tasten Irglova bearbeitet. Dazu der harmonische Gesang – das Ganze mutet an wie ein melodiöser Traum.
Doch bevor das Oscar-prämierte Stück nach rund zwei Stunden Spielzeit als erste Zugabe im Hamburger Kampnagel am 14.02.2010 erklang und die Menschen im ausverkauften Saal endgültig ihre Plätze verließen um in Scharen nach vorne zur Bühne zu strömen, waren es andere Titel des Soundtracks zu "Once" sowie Nummern ihres aktuellen Langspielers, "Strict Joy", die einen schon zuvor kaum auf den Sitzen halten ließen. So gab es etwa stehende Ovationen, als Irglova "If You Want Me" an der Gitarre spielte und für zwei Titel den Frontplatz mit Hansard tauschte, der wiederum am Piano Platz nahm.
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Marketa Irglova am Klavier. |
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Auch die fantastische Begleitband, bestehend aus vielen Mitgliedern der Frames, sorgte dafür, dass fast jeder Song eine unglaubliche Energie versprühte. So manch Konzertbesucher wusste nicht, ob er nun lachen oder weinen soll – diese Musik geht ans Herz. Dazu passt, dass Hansard ein einfühlsamer Erzähler ist und zuweilen mit wundervollen Anekdoten zum jeweils nächsten Titel überleitete.
Es bleibt zu hoffen, dass Hansard und Irglova weiter zusammen Musik machen. Im wahren Leben waren sie für einige Zeit ein Paar, ehe sie den Pfad der Liebe wieder verlassen haben.
Aber durch ihre Musik bleiben die beiden für immer verbunden – da ist sie wieder, die Parallele zum Film, der mich berührte wie keiner zuvor.
Und dem steht das Konzert in nichts nach.
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